Im Biosphärenreservat Bliesgau

Die letzte Ausfahrt der Genussradler in der Saison 2026 begann mit einer Überraschung: fast niemand konnte mit dem Begriff „Essigverkostung“ etwas anfangen und erwartete deshalb, etwas ähnliches wie Branntweinessig oder bestenfalls Balsamico-Essig probieren zu „müssen“. Bei einer Führung im „Doktorenhof“ in Venningen erhielten die 17 Teilnehmer der Ausfahrt einen tiefen Einblick in die uralte Kunst der Essigherstellung und konnten verschiedene Essige im speziellen Probierglas und als „Essigschorle“ als Erfrischungsgetränk genießen.

 

Nach einer kurzen Kaffeepause ging es weiter nach Blieskastel, wo die Gruppe für 3 Übernachtungen im Hotel Post gebucht war. Blieskastel ist der Hauptort des Bliesgaus und liegt im Zentrum des gleichnamigen Biosphärengebiets – und ist deshalb der ideale Startpunkt für ausgedehnte Radtouren in die Umgebung.

 

Nach einer kleinen Wanderung zur Gollensteinhütte war das reichhaltige Abendessen mit regionalen Gerichten ein passender Abschluss des ersten Tages.

 

Die erste Radtour führte uns am Freitag erst über einen Bergrücken nach Mittelbach und dann auf dem „Europäischen Mühlenradweg“ zum Mühlen- und Sägemuseum „Moulin d´Eschviller“ in Frankreich. Wie man von der gehobenen Gastronomie in Frankreich erwartet, wurden wir dort hervorragend verköstigt – wer wollte, mit Wein, Kaffee und Kuchen…

Der Rückweg verlief weiter durch Flusstäler und Wiesen und Wälder zurück nach Blieskastel, wo wir nach etwa 75km und 700 Höhenmetern ankamen. Der Abend wurde gekrönt von einer „kuriosen“ Stadtführung mit dem vielsagenden Thema „Mord mit Aussicht (…nicht erwischt zu werden)“. Frau Link führte uns im Gewand der Kammerzofe Henrietta aus dem 17. Jahrhundert durch die Stadt und gab auf sehr unterhaltsame Art allerhand Geheimnisse und auch kriminelle Hintergründe der damaligen Zeit preis. Den Abschluss bildete im Tourismusbüro eine sehr informative, aber nicht ernst gemeinte Vorstellung von Rezepten, mit deren Hilfe in der Barockzeit adlige Damen ihre Gatten beiseite schafften, ohne dass die Giftmorde damals nachweisbar waren. Es war für uns „eine der besten Führungen ever“!

 

Am Samstag wartete die Königsetappe auf uns: wir radelten auf gekennzeichneten Radwegen durch eine der schönsten Kulturlandschaften Südwestdeutschlands, dem seit 2009 von der UNESCO anerkannten Biosphärenreservat Bliesgau. Die sehr abwechslungsreiche Tour führte nach Reinheim, einem grenzüberschreitenden Archäologiepark mit keltischen und römischen Ausgrabungen. Die Anlage konnte tatsächlich durchradelt werden! Nach einem kurzen Picknick ging es weiter nach Sarreguemines, wo die meisten Radler französische Köstlichkeiten wie z.B. Eclairs (auf deutsch „Liebesknochen“) genossen. Ein paar Kilometer vor unserem Hotel kehrten wir zu einem verdienten ausgiebigen Abendessen im Restaurant „Zum Pferchstall“ ein. Auf den Tachos standen wieder 75km und über 700 Höhenmeter.

 

Die Abschlussfahrt am Sonntag führte uns auf der Adebar-Tour in die Kreisstadt Homburg. Unterhalb der Ruinen der Vauban-Festung auf dem Schlossberg liegen Europas größte von Menschenhand geschaffenen Buntsandsteinhöhlen – 12 Stockwerke hoch. Zur Abwechslung mussten die Genussradler die 130 Stufen zum Höhleneingang allerdings runter- und hochlaufen.

 

Nach dem Mittag- und Abschlussessen im Homburger Hof radelten wir „pappsatt“ nach Blieskastel zu unseren Autos und dem Radanhänger zurück. Die Strecke war diesmal nur 41km lang und mit 300 Höhenmetern recht eben.

 

 

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