Drei in vielerlei Hinsicht ereignisreiche Tage  erlebten die 19 mitradelnden Genussradler in der Gegend um Bad Windsheim.

Bereits kurz nach der Ankunft begann die erste Tagestour nach Neustadt/Aisch – incl. einem reichhaltigen Mittagessen in der historischen „Kohlenmühle“. Kurz nach dem Aufbruch wurde die Gruppe in den Weinbergen von Ipsheim von einem sehr kompetenten und humorvollen Guide zu einer geführten Tour durch die Weinberge (mit Weinverkostung in der „Höll“ und in einer kleinen Weinbergskapelle) erwartet. Seitdem wissen wir, dass in Ipsheim die Weingläser im Uhrzeigersinn geschwenkt werden....

Gruppe Ipsheim

Der nächste Tag führte uns auf Radwegen und Landstraßen nach Reichelshofen – natürlich erst zu einem schmackhaften Mittagessen im Brauereigasthof „Landwehrbräu“  -  und danach in ein kleines privates Eisenbahnmuseum mit dem Schwerpunkt „Sankt Gotthardbahn“, wo auf einer riesigen Fläche die Gebirgszüge, Landschaften und Dörfer originalgetreu aufgebaut waren – das Lebenswerk des betagten Besitzers. 

Zuerst auf Radwegen, später kilometerweit auf unbefestigten Wiesenpfaden ging´s nach der Besichtigung weiter nach Bad Windsheim, wo der Seniorchef der „Brauerei Döbler“ auf uns wartete. Nach einer kurzen theoretischen (aber sehr launigen!) Einführung in die Braukunst ging es zu einem Rundgang durch die kleine, handwerklich geführte Brauerei und danach zur verdienten Bierprobe in der warmen Gaststube – ein echter Genuss nach der Radtour mit durchschnittlich 8 Grad Celsius und dem Kühlraum mit 2 Grad!

Nach dem Abendessen im Hotel besuchten viele das benachbarte Thermalbad, während andere in einer Weinstube die heimischen Weine testeten...

Nachdem am Samstagmorgen die Räder verladen waren, ging´s mit den Autos nach Neustadt/Aisch zum Besuch des „Aichtaler Karpfenmuseums“. Wir hatten eigentlich außer ein paar alten Bildern von noch älteren Karpfen nicht viel erwartet, erhielten aber von unserem Museumsführer sehr viele neue und interessante Informationen und Details über die jahrtausende alte Teichwirtschaft, die noch heute sehr traditionsbewusst und mit viel harter Handarbeit betrieben wird.

Zu unserer Überraschung entpuppte sich der sehr kompetente und engagierte Museumsführer auch als ausgebildeter Reiseführer. Mit den Autos ging´s erst nach Dachsbach, wo später das Abendessen eingenommen werden sollte, und dann mit den Rädern in das Karpfenland Aischgrund. Die Landschaft wird geprägt von über 7000 Weihern, die den Aischgrund zur größten zusammenhängenden Weiherlandschaft Europas machen. Es war faszinierend, über die schmalen Dämme zwischen den Weihern zu radeln, immer wieder unterbrochen von Zwischenstopps an interessanten Punkten und fachkundigen Informationen von unserem mitradelnden „Reiseleiter“. Für viele auch ein Novum: die Strecke verlief über mehrere Hundert Meter als Trail über Stock und Stein durch den Wald, bis schließlich das schön an einem Badesee gelegene rustikale Gasthaus „Forsthaus“ erreicht war. 

Nach dem vorzüglichen Mittagessen radelten wir auf dem Uehlfelder Karpfenradweg durch die Seenlandschaft nach Dachsbach zurück. Zum Abendessen probierten (fast) alle noch eine der vielen angebotenen Karpfen-Spezialitäten, bevor sich die meisten auf den Rückweg nach Michelfeld machten. Einige nutzten die Gelegenheit, noch ein paar Tage zu bleiben und die geschichtsträchtige Region noch weiter zu erradeln.