Vor allem kulinarische Genüsse begleiteten die 30 Genussradler im Chiemgau auf teils sehr gut ausgebauten Radwegen und teils recht abenteuerlichen und anspruchsvollen Waldwegen.

Kurz vor der Ankunft im Hotel stimmten sich die Radler beim Gocklwirt - einem urigen Gasthof mit allerlei Sammelobjekten – bei deftigem Essen auf den Aufenthalt in Bayern ein. Nach der Besichtigung (und Vorführung!) der „größten Kunstuhr der Welt“ ging es per Rad zum etwa 10 km entfernten Hotel. Einer kurzen Ruhepause, die manche für einen Saunagang nutzten, folgte bereits der nächste Genuss in Form eines ausgezeichneten, sehr reichhaltigen Abendessens.

Am nächsten Tag ging es nach einem sehr guten Frühstück auf die Räder. Trotz des leichten Regens ging es auf den etwa 60km langen Rundkurs zum Chiemsee und auf dessen Westseite entlang zum Hotel zurück. Unterwegs konnte im Kloster Seon eine Bildausstellung des bekannten Kinderbuchautors und -zeichners Janosch besichtigt werden. Nach der Mittagspause in Seebruck (die meisten ließen sich von den im Lokal angebotenen Kuchen und Torten verführen!) besserte sich das Wetter und gestattete eine sehr gute Sicht auf die Fraueninsel; die Berge im Hintergrund versteckten sich allerdings hinter Nebel und Wolken… Abends im Hotel gab´s dann ein üppiges und sehr gutes kalt/warmes Buffet.

 

Bei trockenem Wetter und kurz nach dem Start auch wunderbarer Fernsicht auf die teilweise schneebedeckten Berge ging es am nächsten Tag noch Norden. Nach der Durchquerung eines Moores ging es auf Radwegen und schmalen Pfaden nach Wasserburg, wo die Radler eine Kaffeepause einlegen konnten. Weiter ging es zuerst auf einem schmalen Weg direkt am Inn entlang, dann auf Waldpfaden und danach auf sehr guten Radwegen zum Höhepunkt der Tour: zur „Confiserie, Pralinerie und Chocolaterie Dengel“ in Rott. Dort wurden während einer interessanten Führung immer wieder feine Kostproben aus der aktuellen Produktion gekostet und anschließend auch reichlich eingekauft. Gestärkt und in ausgezeichneter Stimmung (Schokolade macht ja glücklich!) ging es danach wieder zurück nach Kurf ins Hotel. Hunger hatte sicher keiner mehr, aber das Küchenpersonal hatte sich wieder sehr ins Zeug gelegt, was Qualität und Quantität des Abendessens betraf – bayrisch eben.

Die Genussradler - wie man sie nicht so oft sieht!

 

Am letzten Tag der Ausfahrt wurden erst mal die Räder auf die Autos verladen. Es regnete zeitweise in Strömen und so fuhren wir mit den Autos nach Prien, wo die ganze Gruppe mit dem Schiff zur Herreninsel übergesetzt wurde. Nach einem kurzen Fußmarsch war das Schloss Herrenchiemsee erreicht, das während einer beeindruckenden Führung erkundet werden konnte. Danach konnte eine kurze Pause zu Kaffee und Kuchen genutzt werden. Nach dem Anlegen in Prien ging´s zum Abschlussessen in ein spanisches Lokal zu Paela und Tapas.

Die Heimreise verlief wider Erwarten stau- und stressfrei, sodass alle Teilnehmer der Ausfahrt zufrieden und die meisten mit einigen Kilos mehr nach Hause kamen.

Trotz der unsicheren Wetterlage trafen sich 11 Genussradler in Frankenhardt/Reishof, um mit der „Wäldertour Ost" einen Teil des östlichen Landkreises kennen zu lernen.

Über komfortable Waldwege und ruhige Landstraßen führte die Strecke über Hummelsweiler und Jagstzell, an Orrotsee und Fischbachsee vorbei nach Rechenberg, Matzenbach und schließlich nach Fichtenau/Wildenstein, wo eine kurze Mittagspause eingelegt wurde (alle Gaststätten der Gegend hatten verkürzte Öffnungszeiten, schließlich wollten alle „aufs Volksfest" nach Crailsheim!!!).
Gut gestärkt ging´s über Weipertshofen und Stimpfach weiter nach Unterspeltach. Dort, zwischen Unterspeltach und Stetten, wartete das kulturelle Highlight des Tages auf die erwartungsvollen Radler: der sagenumwobene „Gründische Brunnen". Die als Naturdenkmal ausgewiesene Gipskarstquelle besteht aus einem 10m breiten und 3,5m tiefen Quelltopf. Der Gründische Brunnen schüttet immerhin 10-30 Liter bläuliches Wasser pro Sekunde, das kurz danach durch ein Kneippbecken fließt (zum Vergleich: die Donauquelle in Donaueschingen schüttet 80 l/s).

Kurz nach dieser interessanten Besichtigung wurde nach Hellmannshofen wieder der Reishof erreicht.

Orrotsee

Besonders die wenigen „Nicht-Stromer" kamen wegen des ständigen Wechsels von Steigungen und Gefällstrecken ins Schwitzen; das herrliche Wetter mit Temperaturen von bis zu 20 Grad tat ein Übriges...

Nach 65km Strecke mit 750 Höhenmetern waren sich alle einig: für 2018 soll wieder eine Ausfahrt im Ostteil des Landkreises in das Programm aufgenommen werden.

Beim Start in Hohebach war es noch recht kühl, aber kurz danach kamen vor allem die "Nicht-Stromer" beim Anstieg von Rengershausen nach Laibach ganz schön ins Schwitzen. Bei der darauffolgenden Abfahrt konnten sich alle wieder erholen und kurz vor Krautheim das Naturdenkmal "Kuharsch" bestaunen. Das ist eine Naturerscheinung, bei der sich unterirdisch den Hang herunter fließendes Wasser mit Kalk anreichert und beim Austritt an die Oberfläche durch die Reaktion mit Sauerstoff der Kalk absetzt. Dieser sogenannte Kalksinter bildet eine Art Damm, der am Ende des Hanges die typische namensgebende Form bildet.

Nach einer kurzen Kaffeepause an einem Kiosk fuhren die Radler am Götzendenkmal vorbei, das zum Andenken an Götz von Berlichingen errichtet wurde. Dort soll er den bekannten Spruch einem kurpfälzischen Amtmann auf der Burg Krautheim zugerufen haben...

Die Fahrt ging bei immer noch recht kühlem, aber zum Radeln idealem Wetter, über Altkrautheim nach Eberstal. Das dort eingenommene Mittagessen war für alle ein echter kulinarischer Genuss, sodass die 15 Radler gut gestärkt und bei Sonnenschein (!) den folgenden Anstieg auf die Höhe in Angriff nehmen konnten und kurze Zeit später Unterginsbach erreichten.

Nach einer kurzen Strecke auf der Landstraße zweigte der Radweg rechts ab und die Fahrt ging den Messbach aufwärts zum gleichnamigen Dorf mit seiner bekannten Rokokokirche von 1777 - die leider wegen Renovierung auf unbestimmte Zeit nicht besichtigt werden kann. Es ging also gleich weiter auf die Anhöhe, von wo die herrliche Weitsicht tatsächlich eine Ebene - eben die Hohenlohe Ebene - vortäuschte (Radler wissen, was damit gemeint ist...).

Es ging abwärts in Richtung Hohebach, aber es stand noch ein kultureller Genusspunkt auf dem Programm: die Besichtigung der Wallfahrtskapelle "Sankt Wendel am Stein". Nach einer kurzen Besichtigung des bereits 1472 urkundlich erwähnten Gebäudes ging es weiter nach Dörzbach und zur verdienten Kaffeepause mit Kuchen und Torte.

Nach knapp über 50 km Strecke und 600 gefahrenen Höhenmetern waren die Autos wieder erreicht und viele der Teilnehmer hatten ein vorher nicht gekanntes Gebiet Hohenlohes erlebt.

Ach ja: woher der Name "Vogelflugtour" für diese Strecke kommt? Ein kleiner Junge hatte die Idee, dass der GPS-Track auf der Karte die Form eines fliegenden Vogels hätte, und schon war der Name für die Strecke gefunden. Der Abzweig von Altkrautheim nach Eberstal ist allerdings kein Bestandteil der ursprünglichen Tour, sondern wurde wegen des Mittagessens zugefügt...

Bei recht angenehmen Temperaturen und idealem Radelwetter starteten 12 Genussradler in Dischingen zu einer 60km langen Rundtour durch das Egau- und Donautal.

Entlang der Egau radelte die Gruppe nach Höchstadt, wo die Radler im Schlosscafé eine Mittagspause einlegten. Danach ging es durch die Auwälder der Donau nach Dillingen und weiter nach Lauingen. Nach einer obligatorischen Genusspause am Marktplatz mit Eis und Kaffee ging es zurück nach Dischingen und von dort mit den Autos zurück nach Michelfeld.

Haertsfeld

 

Ausfahrt der Genussradler des TTC Gnadental vom 23.06. bis 25.06.2017 - ein Erlebnisbericht:

Freitag, 23.06.2017

Bei hochsommerlichen Temperaturen starteten 24 Genussradler am Freitag um die Mittagszeit nach Hammelburg. Im kühlen Gewölbekeller des Hotels Deutsches Haus erwartete uns ein kulinarisches kaltes Buffet. Die anschließende Stadtführung mit Christiane Schmid brachte uns die geschichtliche Entwicklung der Stadt nahe. Beim Weinfest vor dem Roten Schloss, das von der Gästeführerin am Abend mit eröffnet wurde, mundete ein Wein in der lauen Sommernacht.

Samstag, 24.06.2017

Bei strahlendem Sonnenschein begaben wir uns nach einem ausgezeichneten Frühstück auf unsere erste Tagestour. Entlang der fränkischen Saale fuhren wir ein Stück auf dem Rhönradweg. Nach der Besichtigung der roten Sandsteinbrücke in Gräfendorf ging es durch das idyllische meist bewaldete Schondratal bergauf. Nahe des Ortes Heiligenkreuz verließen wir den Schondratal-Radweg und radelten auf einem der Rhönrundradwege bis Wartmannsroth. Das Restaurant Landgraf erwartete uns mit Gaumenfreuden. Eigentlich ist das Restaurant geschlossen zur Mittagzeit. Aber für hungrige Radler hatte Herr Merz eine offene Küche. Eine kleine Mittagspause bei herrlicher Aussicht auf Rhön und Spessart genossen die Radler, bevor wir dann bei Franziska eine exklusive „Schnapsführung“ erlebten. Natürlich wurden die Destillate auch probiert.Wartmannsroth hat gemessen an der Einwohnerzahl (2300) die höchste Brennereidichte Bayerns, nämlich 82. Der Abend endete mit einem ausgezeichneten warmen Büffet im Hotel Deutsches Haus, und die Wandel-Bar mit 2 sehr engagierten Bedienungen wurde gerne genutzt.

Sonntag, 25.06.2017

Mit frischeren Temperaturen, die uns entgegenkamen, weil die Tour meist durch offenes Gelände führte, starteten wir nach dem Frühstück auf dem Rhönradweg nach Bad Kissingen. Die fränkische Saale war immer wieder unser Begleiter. Vorbei an mächtigen Burgruinen durchfuhren wir das Biosphärenreservat „Naturpark Rhön“. Die wechselvolle Erdgeschichte hinterließ beeindruckende Gesteinsformationen und die daraus sprudelnden Heilquellen.

Kissingen

Eine Führung in der Oberen Saline (Museum) in Bad Kissingen brachte uns die Entstehung der Kurstadt mit ihrem berühmten Kurgast Otto Bismarck näher. Ein weiterer Teil des Museums beinhaltet altes Spielzeug. Und die derzeitige Sonderausstellung „Bademoden“ brachte auf viele Gesichter ein Schmunzeln, - vielleicht Erinnerungen an alte Zeiten?

Auf dem neu angelegten Radweg nach Oberthulba verließen wir Bad Kissingen. Und weiter geht es bergauf. Von Oberthulba führte und der Weg am Bachlauf der Thulba mit einem kleinen Abstecher zur "Reither Mühle" nach Untererthal. Dort stärkten wir uns bei guter fränkischer Küche im Biergarten, bevor es dann auf den Nachhauseweg ging.

An der Kultura in Öhringen starteten 17 Genussradler bei fast idealem Radelwetter zu einer außergewöhnlichen Genießertour. Zuerst ging es auf dem erst kürzlich fertiggestellten Ohrntalradweg mit vielen neuen Brücken und herrlicher Landschaft nach Ohrnberg und danach auf dem Kocher-Jagstradweg über Neuenstadt/K.  nach Neckarsulm. Während des ausgezeichneten Mittagessens begann der Regen und es wurde, wie die Radler bald feststellen mussten, merklich kühler. Glücklicherweise war es nicht mehr weit zur Erlenbacher Ölmühle, dem Höhepunkt der Ausfahrt.

Dort werden auf eigenen Feldern Mohn, Kürbisse, Walnüsse, Raps, Lein und Hanf angebaut und geerntet. Die nachfolgende Pressung, die Abfüllung, die Etikettierung der fertigen Öle werden vor Ort auf dem Hof durchgeführt.

Der Betreiber der Ölmühle, Stefan Kerner, gab den Besuchern zuerst einen interessanten Einblick in die Produktion seiner ausgezeichneten Öle. Nach der Begrüßung mit einem Glas Sekt konnten alle Öle probiert werden – garniert mit einer Menge Informationen über Anbau, Produktion und Direktvertrieb.

Danach ging es - die ersten Kilometer im Regen – auf kürzestem Weg zum Ausgangspunkt nach Öhringen zurück. 

Oelmuehle1